24 h-Spendenlauf in Heilbronn 17/18. 03.18

Wo bleibt der Frühling? Es gab schon erste schöne Tage. Klar, nachts ist es im März noch kalt, aber dieser Wintereinbruch übers Wochenende, man kann durch den Wetterbericht schon erahnen was kommt.

Der Lauf ist ein Spendenlauf für Nepal. Je Runde 1 Euro Spende.

Samstag früh um 6 fahren Kerstin Wurst und ich an, ab 8 Uhr gibt‘s Startnummern. Wetter: trocken, neblig, um oder unter 0°C. Brrrrr. Unser Auto parken wir direkt an der Strecke, das ist schon mal gut. Die Logistik gibt zu denken. Kann man sich wirklich nachts in ein Zelt mit Feldbetten legen, mit Schlafsack, wenn der eiskalte Wind durchpfeift? Und keine Schlafmöglichkeit in der Vereinsgaststätte. Für viele, die nur abschnittweise oder tagsüber laufen wollen, kein Problem, aber für uns, die die 24 h durchlaufen wollen…?

Um 10 Uhr geht’s los.
Manche laufen beeindruckend los. Bald wird klar, dass jeder sein Konzept verfolgt. Schnell laufen und bald Pause einlegen oder langsam ohne Pause laufen, nur einen Marathon laufen oder einen 100er etc. Wir peilen erst mal einen Marathon an, dann einen 100er…und dann…mal sehen.
Die Strecke ist ok. 2,45 km die Runde, durchgängig asphaltiert. Nach dem Start 300 m durch Parkgelände bis zur ersten Neckarbrücke,dahinter rechts eine Rampe runter, dann eine Welle, dann etwa 1 km flach, gerade und recht offen, links eine Schnellstrasse, rechts der Neckar. Hoch die Rampe zur Erwin-Fuchs-Brücke. Dahinter durch beleuchtetes Parkgelände mit Bäumen wieder am Neckar entlang zurück zum Startpunkt.
….. und dann das ganze wieder von vorne. 24 h lang, oje. Man kann auch sagen: immer Neckar rauf, Neckar runter.
Wir laufen lange nach Plan, drei Runden, dann eine Pause. Die nächsten drei Runden. Funktioniert. Runde um Runde, aber irgendwie vergeht die Zeit nicht. Jede Runde etwa 20 bis 25 Minuten.
Abwechslung bereitet das Wetter. Schon auf der ersten Brücke und durchs offene Gelände den Neckar hoch, pfeift der Wind schneidend und in Böen, die gefühlte Temperatur liegt 5 Grad tiefer. Hinter der zweiten Brücke, zurück, kommt der Wind von hinten und wird gebremst durch Bäume, immer wieder eine Erholung nach dem frontalen Wind auf der anderen Neckarseite. Ruderteams auf dem Neckar. Das wäre mir zu kalt.
Wieder eine Runde.
Getränke wie Iso stehen eiskalt bereit, der Tee ist heiß, die Mischung machts.
Unsere Rundenzahlen können wir jederzeit abfragen, so behalten wir den Überblick. Nächste Runde. Irgendwann wird es Abend, dunkler, dann Nacht. Nächste Runde. Es wird kälter, noch nie hatte ich so viele Schichten an, 3 Unterhemden, 1 Swetshirt, 1 Fleecejacke, 1 Windjacke, 1 Fleeceweste, 1 Windjacke. Nicht alles von Anfang an, aber je kälter es wird, kommt noch eine Schicht dazu. Die nächste Runde. Die Nacht durch laufen nur Wenige. Etwa 10 bis 15 Leute, darunter ein Feuerwehrteam in Ausrüstung als Staffel. Jetzt legen wir eine längere Pause ein und setzen uns in die Gaststätte. Die Pommes bekommen mir nicht so gut. Wieder raus. Nächste Runde. Nach Mitternacht beginnt es zu schneien. Langsam bildet sich eine Schneedecke. Aber nicht so schnell auf den Brücken, wo der scharfe Wind bläst. Es wird einsam, aber wir Zwei halten uns gut. Kerstin zieht sogar an, als sie bei einem Stopp erfährt, dass sie Chancen auf einen Platz auf dem Treppchen hat. Nächste Runde. 5 Runden später, es wird knapp, dann, gegen morgen, klappt nicht, es sei denn, es steigen Frauen aus. Gegen morgen, ab 4 Uhr wird es stetig heller, die 41 Runde rückt näher. Wir knacken die 100 km. Nächste Runde. Und immer diese zugige Eiseskälte den Neckar hoch. Danach geradezu Erholung. Nächste Runde. Kerstin schützt ihren Mund mit einem Buff-Tuch. Mir fahren die frontalen Schneekörner schmerzhaft in die Augen. Nächste Runde. Etwa 7 Uhr. Pause. Meine Augen gehen ganz einfach zu als ich sitze und den Kopf anlehne. Ich schlafe sogar ein. Kerstin unterhält sich derweil. Nächste Runde. Die 50 Runden wären ein schöner Abschluss. Schaffen wir das ? …..und plötzlich läuft uns die Zeit davon, wir der Zeit hinterher. 9 Uhr nach Runde 48. Nächste Runde. Letzte Runde. Wir schaffen es. 50 Runden, 123,5 km, Platz egal.

Zuhause wird geschlafen. Alles gut gelaufen, keine Schäden an Leib und Seele. Seltsam, kein Muskelkater.
Aber: Neckar hoch und Neckar runter, nie wieder. Vorläufig jedenfalls.