Zum 8. Mal: Sonthofen Ultratrail

Eigentlich war der Ultratrail in Sonthofen mit Kerstin vorgesehen, die aber seit der Rütli Challenge an ihrem Wadenbeinbruch rumlaboriert. So musste ich umplanen: Samstag hinfahren – auf Sonntag im Auto schlafen – Sonntag laufen und anschließend heimfahren.

In Sonthofen traf ich auch diesmal wieder alte Bekannte: Harald 1, Harald 2, Berthold, Marianne, Gabi und viele mehr.

Im Auto war es nachts ziemlich kalt, morgens dagegen konnte ich mich normal anziehen und musste mich dann auch den ganzen Tag über nicht umziehen. Nur rennen.

 

Start 6 Uhr, an der Grenze zur Dämmerung. Eigentlich lief es recht gut. Nach 10 km wollte ich ein Fahrrad vorbeilassen, das schon länger hinter mir herfuhr. „Nein, ich will nicht vorbei“ Na sowas? Es war der Schlussfahrer. Ich war der LETZTE! Das konnte ich nicht so stehen lassen. So nach und nach rückte ich weiter nach vorne. Grasgehren – Brücke bei Riezlern – Oberstdorf.20170813_11272620170813_111924

Es lief gut, wurde wärmer, sonniger….noch eine Woche später habe ich einen Sonnenbrand, wer hätte das erwartet. Da ich nun gut positioniert lief, lief ich ohne besondere Vorkommnisse, vielleicht nicht so schnell wie ich hätte können, aber das Ziel war noch weit. Außerdem, warum beim 8. Lauf hier ein Bein ausreißen. Ich war schon mal Erster und, als hier die Deutsche Berglaufmeisterschaft ausgetragen wurde, Fünfer. Und da waren immerhin alle Cracks am Start.

Lieber auch mit heilen Knochen ankommen, siehe Kerstin.

Vor Oberstdorf wollte ich einen Läufer vorbeilassen, aber der wollte nicht. Wir kamen ins Gespräch…..und blieben erst mal beisammen. So war es kurzweiliger. Andreas aus Wuppertal war froh, dass ihn jemand zog und ich war froh über einen Gesprächspartner und Abwechslung. Da wir uns gut verstanden, beschlossen wir, bis hinauf zum Sonnenkopf  zusammen zu laufen. Ich kannte ja den Anstieg zum Sonnenkopf schon. Mit Dantes „Göttlicher Komödie“ könnte man zu diesem Anstieg sagen „Die ihr hier eintretet, lasst alle Hoffnung fahren“. 8 km mit 1000 HM.

IMG_4744Bis zum Schluss sieht man kein Ziel, das zieht sich ewig und kostet Kraft. Wir hatten beim Anstieg noch einen Dritten im Bunde….und dann waren wir doch irgendwann oben. Andreas meinte „Du bist die ganze Strecke nicht einmal stehengeblieben“. Wir wollten uns im Ziel wieder treffen. Jetzt rannte ich los. War vorher nur Finishen das Ziel, so konnte ich nun doch unter 12 Stunden ankommen. Ich habe es geschafft.

Dass ich der Vierte meiner Altersklasse wurde, ist ok. Andreas kam dann auch bald.20170813_183100 (3)

Etwas nervig war die Heimfahrt mit 250 km, das zog sich, aber endlich lag ich doch zuhause im Bett.

Ach ja: 69 km, 3000 Höhenmeter.