Zugspitz Ultratrail 16

Am 18. Juni ging ich zum vierten Mal in Grainau beim Zugspitz-Ultratrail an den Start. Diesmal nicht für den 100er, sondern für den Supertrail mit Start in Leutasch und einer 63 km-Strecke mit etwa 3000 Höhenmetern.

Gejuckt hätte mich der 100er schon. Aber dieser fiel mir schon letztes Jahr schwer, damals in Verbindung mit dem 100er in Biel eine Woche davor (beide gefinished).  Dazu wirft das große Vorhaben dieses Jahres, der Transalpinerun, seine Schatten voraus. Vereinbart war mit Kerstin Wurst, meiner Laufpartnerin beim TAR, dass wir nur den Basetrail zur Übung laufen, aber dann kam es anders. Sabine Erben, die mitlaufen wollte, fühlte sich fit und fragte an, was wir vom Supertrail halten, wäre das nichts für uns als Trio? Also haben wir uns umgemeldet.

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So standen wir zu dritt, Sabine, Kerstin und ich um 9 Uhr bei schönstem Wetter am Start.

 

 

 

 

 

Erst gings flach über Asphalt, sobald es aber in Berg und Wald ging, ging es nur noch bergauf, bergauf, bergauf…..gefühlt unendlich bis hinauf auf das Scharnitzjoch.

Das große Bild zeigt nicht mal Fünftel des Anstieges.

 

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Dann runter zum Hubertushof und relativ flach bis Mittenwald. Für mich war ungewohnt, hier zur Mittagszeit zu laufen. Hier lief ich sonst immer in den Abend und die Nacht hinein.

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Übers Wetter konnten wir bisher nicht klagen. Die Wochen vorher waren sehr nass, so war der Boden teilweise richtig schön durchgeweicht, nichts Ungewöhnliches für Trailläufer, wer Pech hatte, landete schon mal im Matsch. Wir drei hatten Glück und blieben sauber bis zum Finish. Angesagt war Regen ab 17 Uhr, wir hatten im Laufrucksack alles Nötige dabei, mussten die Regenjacken bis jetzt noch nicht anziehen, auch wenn es immer mal nach Regen aussah.

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Nach dem Forchensee hatte der Veranstalter die Strecke geändert. Nicht mehr wie bisher den Kälbersteig runter zum Rheintal, sondern über Elmau zur Partnachhütte. Ein Gewinn, zwar mit harten Anstiegen, aber zur Belohnung mit schönstem Panoramablick über längere Passagen.

Das Laufen zu dritt war neu für mich. Da wir Drei etwa gleich stark sind, gab es keinen Frust oder Ärger, eher Kurzweil und Unterstützung. War richtig toll. Jeder übernahm ab und zu die Führung und zog so die beiden anderen. Ich war abwärts schneller. Wir blieben aber immer  auf Sichtweite beisammen.

Mit der Dämmerung wurde es härter, wie erwartet setzte Regen ein. Wir waren nun beim Aufstieg zum Kreuzeck. Nach dem Forstweg war der Trail nach oben ein kleines Bächlein, da uns entgegenfloss. Matsch störte uns schon lange nicht mehr.

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Ab dem Verpflegungspunkt 9 gings eine Runde über den Berg, zurück zum Verpflegungspunkt 10, identisch mit 9. Auf diesem Teil der Strecke würde es langsam dunkel. Auf den vermatschten Trails wurde es besonders abwärts immer riskanter, drauflos zu rennen. Wir hatten aber genügend Vorsprung auf die Cutoff-Zeit, gingen die schwierigen Passagen und achteten darauf, das Rennen gesund abzuschließen. Angekündigte mögliche Gewitter blieben aus. Der Abstieg nach Grainau, 6 km über den Jägersteig, verlief im Dunkel der Nacht. Durch unseren Testlauf vor 10 Tagen waren wir auf die Schwierigkeiten vorbereitet und kamen im Schein unserer Stirnlampen gut unten an. Die 2 km bis Grainau waren dann entspanntes Laufen, na ja, wenn man nach 60 km über Stock und Stein noch entspannt laufen kann.  Wir überlegten uns noch die Chereografie unseres Einlaufs ins Ziel, dann liefen wir nach 13 h 10 min ein, drei glückliche Finisher.

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Dass wir uns für die 62 km entschieden hatten, war genau richtig. So hatten wir einen echten Ultramarathon absolviert mit allen Wettervarianten, ein echtes Lauferlebnis mit gutem Abschluss.

 

 

 

 

 

Unser Mitgefühl galt nun den Ultratrail-Läufern, die der Regen etwa auf halber Strecke erwischt haben musste und das Laufen zur Tortur machten sollte. Wen wundert‘s , dass etwa die Hälfte abbrechen musste oder die Cutoff-Zeit verpasste.

Liebe Kerstin, liebe Sabine. Danke für dieses schöne, gemeinsame Laufevent.