Transalpin-Testlauf Juni 16

Seit Dezember 15 sind Kerstin und ich für den Transalpinerun im September 16 angemeldet. Es wurde Zeit, sich die Strecke mal anzusehen, wenn schon nicht komplett, dann  zumindest teilweise.

Also nahmen wir uns am 08., 09. und 10. Juni (Mi, Do, Fr) die ersten drei Etappen vor, in Eigenregie, mit GPS-Tracks, die Kerstin runtergeladen hatte.Ohne Kerstin hätte ich diesen Test nicht gewagt, aber Kerstin verfügt über gute Alpenerfahrung und kann mit GPS navigieren.Was den Lauf angeht, sind wir beide etwa gleich leistungsstark und gleich        belastbar.

Unser Vorhaben:

  1. Tag: Anfahrt nach Garmisch-Partenkirchen, Ziel Lermoos (36 km, 2000 HM)
  2. Tag: Lermoos bis Imst (34 km, 2000 HM)
  3. Tag: Imst bis St. Leonhard (48 km, 3000 HM), dann mit Bus und Bahn zurück nach Garmisch-Partenkirchen und Heimfahrt

Vorbereitung:

Drei Tagesetappen mit Übernachtung durch die Alpen bedeuten drei Tage laufen mit Übernachtung, immer weiter weg von Garmisch-Partenkirchen. Dort steht das Auto. Also muss alles im 12-Liter-Laufrucksack mitgenommen werden. Laufsachen hat man an, in den Laufrucksack müssen Laufsachen fürs Hochgebirge, Kleidung und Schuhe für Abends und die Nacht, Erste-Hilfe-Set, Energieriegel und –gels (alles wasserdicht verpackt) sowie genügend zu Trinken. Die Quadratur des Kreises gelingt. Alles geht rein bei einem Gewicht von 5 bis 6 kg, je nach Füllung der Trinkblase.

Da seit Wochen nasses Wetter in Deutschland herrscht, müssen wir mit unbequemen Trails rechnen, darauf können wir uns nicht vorbereiten, sind aber beide schon einige Läufe bei miserablem Wetter gelaufen, auch in den Alpen.

  1. Tag

Wir fahren um 6 Uhr früh los und stellen das Auto in Garmisch-Partenkirchen am Eisstadion ab, Laufstart etwa um 10 Uhr. Wetter bedeckt. Es geht ziemlich schnell steil hoch bis zum Kreuzeck, dann den Jägersteig runter und zum Eibsee. Die Strecke ist wegen Steinen und Wurzeln sehr schwierig zu laufen.

20160608_124914Dazu ist der GPS-Track sehr ungenau und das Navigieren führt uns immer wieder in die Irre, einige Male müssen wir umkehren und den rechten Weg suchen. Wir hören oft Kettensägen, einmal fällt ein Baum oberhalb von uns und bleibt in den Bäumen hängen. Da ist es besser, recht schnell zu laufen. Später kommt eine Plane quer über den Weg gespannt, das wir von hinten nicht lesen können.

20160608_142850Vorne steht drauf: Stopp, Lebensgefahr, Waldarbeiten. Na Danke! Unsere Laufstrecke läuft nun mal keiner von oben runter, eher von unten rauf. Bis zum Eibsee geht’s auf der Zugspitz-Ultratrailstrecke, mir bestens von 4 Läufen bekannt.  Es geht wieder steil hoch, dann ist Ende. Durch Waldarbeiten ist die Strecke unpassierbar. Kein Durchkommen ohne im Dreckbrei knöcheltief zu versinken, neben dem Weg ist nur beschwerlich Schritt für Schritt vorwärts zu kommen.

Unsere Entscheidung, es geht ja auch um Zeiteinhaltung, zurück nach Grainau und mit dem Zug nach Lermoos. So schaffen wir immerhin an diesem Tag 30 km mit 1500 HM.

In Lermoos regnets, ein Gel läuft mir aus und ich merke, dass ich nicht meine Regenhose dabei habe, sondern die zu kleine Regenhose meiner Frau.

Aber ich schlafe gut.

  1. Tag

Es regnet. Es soll den ganzen Tag regnen und es regnet auch den ganzen Tag. Wieder geht es über steile Wald-Wurzel- und Steinwege fast 1000 HM nach oben. Heute und auch gestern gab‘s nicht sehr viele Rennpassagen, das gibt uns zu denken. Dann kommt nach der Grubigsteinhütte (über 2000 m) das schönste Stück, der Trail Richtung Fernpass. Herrliche Aussicht – wenn es nicht dauernd regnen würde und die Wolken verschwänden, so genießen wir den wilden Trail eben ohne Ablenkung.

P1000668P1000678Der Trail stößt auf einen Weg, links oder rechts?, der Track sagt rechts…..und endet nach etwa 2 km im Nichts. Also zurück und zum Fernpass. Durchnässt und durchgefroren brechen wir ab und fahren mit dem Bus nach Imst. Heute waren es nur 14 km und 1000 HM.

Geduscht und umgezogen haben wir in Imst Zeit genug, die Rosengartenklamm zu besuchen. Mit Badeschuhen, meine einigen Ersatzschuhe für abends, sollte man das eigentlich nicht tun, ich gehe halt vorsichtig.

  1. Tag

Heute ist schönes Wetter angesagt. Es läuft ideal. Endlich kann mal konstant laufen, mal leichter, mal schwieriger. Dann verderben eine ungenaue Trackangabe und eine extrem schwierige Passage uns den Schnitt.

P1000804Eine Abbruchkante und keine erkennbare Trailfortführung hinter dem Wildbach in der Senke bedeuten wieder ein unlösbares Problem, Also runter ins Tal und dort am Fluss entlang nach St. Leonhard.

Hier erfahren wir, dass mit diesem Wochenende die Wintersaison endet und nach 1 Monat die Sommersaison beginnt. In dieser Zeit werden die Wege und Steige hergerichtet. Wir waren wohl etwas zu früh dran.

Heute liefen wir wenigstens mal 40 km mit 1800 HM.

 

 

  1. Tag

Die Heimfahrt mit Bus und Bahn über Imst und Innsbruck erfolgt reibungslos, auch unsere Heimfahrt. Regen gibt’s allerdings immer wieder. Schönes Wetter ist nicht in Aussicht.

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Fazit

Ein spannendes Laufabenteuer, das ich nicht missen möchte. Etwas mehr Laufen und besseres Wetter wäre schön gewesen, aber nun haben wir einen Eindruck von dem, was beim TAR auf uns zukommt.