Dritter 24h-Lauf in Heilbronn

Neue Strecke, halb Trail und Waldrand, halb Asphalt und Park. Zumindest eine Abwechslung, da bei 24h-Läufen meist nicht viel passiert. Muss mich korrigieren: Es ist ein Baum auf den Weg gestürzt, ein Bauer musste ausgerechnet in dieser Nacht sein Feld pflügen und Erdbollen auf den Laufpfad schleudern, ich sah Wolfgang Meinolf und andere vor oder hinter mir. Wie der Grieche hieß, keine Ahnung, aber wir haben uns gut unterhalten und was im Kopf abging, ist ja auch mehr, als Leute annehmen, die sowas noch nicht gelaufen sind.
Mit Kerstin Wurst hatte ich eine erfahrene Runnerin an meiner Seite. Wir haben schon manche Schlacht zusammen erfolgreich geschlagen. Aber jeder hat so seinen individuellen Lauf. Sie legte sich nach 65 km ins Zelt und schlief. Sowas kann ich nicht, ich laufe – oder ich höre auf. Nachts gingen die Temperaturen bis auf 3 Grad zurück. Ich hatte mir 2 Eckpunkte gesetzt: Mindestens 100 km, und, wenn möglich, nicht bei Regen laufen. So kams dann auch. Bei Runde 45 früh um 6 Uhr, begann es zu regnen. 108 km. Ende Gelände. Ich hätte schon noch können, aber warum? Letztes Jahr wurden es 137 km, das war heute sowieso nicht erreichbar und es fragt einen kaum einer, wieviel biste denn gelaufen? Die halten einen so oder so für bekloppt.
Kerstin stieg um 4 Uhr etwa wieder in den Lauf ein, ich stieg aus und schlief eingemummelt im Auto. Während ich süß träumte, holte Kerstin auf. Am Ende hatten wir die gleiche Rundenzahl. Gut so, Gleichstand, jeder war zufrieden, perfekt.
Ich darfs nicht vergessen zu erwähnen: Dafür, dass der Lauf nicht organisiert war, funktionierte die Organisation verblüffend und ausgezeichnet. Rainer Wölkerling und sein Accenon-Team haben bestens für die Läufer gesorgt, sogar für eine warme Tomatensuppe und eine warme Toilette. Und wir hatten schon gedacht, nach einer kurzen Einweisung wären wir alleine auf uns gestellt. Danke Rainer +Team.

Ein Steak war nach dem Lauf im „Alten Bahnhof“ nötig und, wie immer, in Metzingen ein Eisbecher. Kerstin was Blaues mit Sekt und Zitroneneis, ich Amarena-Becher, wahrscheinlich der letzte des Jahres.

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